... private Spur zum Waldwinkel
Zu Beginn eine schöne Erzählung ...
Sommerferien
Die schönste Zeit im Jahr: Die Uhren ticken leiser. Die Sonne scheint länger. Die Menschen sind glücklicher. Ich liebe den Sommer – schon als Kind.
Damals verbrachte ich jede Sommerferien bei meinen Großeltern auf dem Land. Sie wohnten mitten im Wald auf einem riesigen Grundstück. Meine Cousinen und Cousins waren auch zu Besuch, sodass wir eine Horde wilder Kinder fast unter uns waren. Meine Eltern blieben zu Hause in der Heimat, Oma kochte dafür Essen und überließ uns ansonsten uns selbst. Diese Freiheit schmeckte köstlich! Fast so gut wie die Johannisbeeren, Stachelbeeren, Zuckerschoten und Opas süße Tomaten aus dem Gewächshaus und Garten. Und dann gab es noch eine tägliche Ration an klebrig-süßen DDR-Süßigkeiten, denn die Haribotüte aus dem Westen, die ich mitbrachte, war schnell aufgebraucht. Die Milchschaummäuse klebten an unseren dreckigen Kinderhänden, die vom Draußenspielen, Bäumeklettern und Pfeil-und-Bogen-Schnitzen mitgenommen waren. Die Knie waren abgeschürft, der ganze Körper voller Mückenstiche, denn die Plagegeister mögen süßes Kinderblut besonders gerne! Aber genau so war es richtig gut, jedes Jahr.
Am allerschönsten waren unsere Sommerfeste. Dann kam die ganze große Familie zusammen. Es gab Kinderspiele, Bowle, Lampionumzüge und Singen am Lagerfeuer. Besonders die blaue Stunde ist mir in Erinnerung geblieben. Wenn es dunkel wurde und die Sterne fernab der Stadt am Himmel erschienen, holte mein Opa seine Trompete heraus und spielte: „Leise, Peterle, leise, der Mond geht auf die Reise.” Und wir holten unsere Laternen und gingen singend durch den Wald in die Nacht.
Der Zauber dieser Erlebnisse und diese Magie, wenn der Tag sich zur Ruhe legt und zum Abend wird, bleibt nicht nur der Erinnerung angehaftet, sondern lebt fort in der Dämmerung der heutigen Sommernächte. Dann färbt sich der Himmel rot-orange und eine wunderbare Ruhe legt sich über den Tag, als ob die Nacht sagen würde: Es genügt für heute! Als unaufhaltsames Zeichen der Natur geht die Sonne glühend hinter den Stoppelfeldern am Horizont unter und ein fast feierlicher Frieden steigt in mir auf.
Diese Gefühle, Farben, Geschmäcker und Melodien sind es, die mich den Sommer so genießen lassen. Als Erwachsene lebe ich das Treibenlassen in die Leichtigkeit der Ferien nicht mehr so wie als Kind, denn die Uhr der Verpflichtungen tickt lauter. Aber wenn ich jetzt Johannisbeeren oder Tomaten aus meinem Garten ernte und sehe, wie mein Kind auf die Bäume klettert und nicht mehr aus dem Badesee heraus möchte, dann verliere auch ich mich wieder in der Schönheit der dahin fließenden Sommerzeit.
© Lara Farla, 2022-07-13
Es ist immer gut zu wissen, wer gerade im Waldwinkel anwesend ist, damit das eintritt, was erwartet wird:
Ruhe & Entspannung,
Geselligkeit mit Anderen,
Platz für entspannten Schlaf
&
Wie das Wetter so ist und wird ...